SF2 Dragon Storm - Teaserpage






Spellforce 2: Fanartworks


Mit freundlicher Genehmigung von Justyna Zgud


SpellForce2  Geschichten

Die Erben von Tuscari

Als sich bereits die unerbittliche Kälte der Dunkelheit über sie senkte, machten sie nahe einer kleinen Anhöhe halt. Bald prasselte ein Feuer und die Wanderer saßen dicht umschlugen von ihren zahllosen Gewändern am Rande des letzten Lichtes in der Wildnis.
Alena saß am Feuer und sog begierig die wärmenden Strahlen auf. Bei ihr saß ihr hünenhafter Beschützer Karot. Tharsten saß wie immer wachsam etwas außerhalb des Lichtkegels. Der vierte Wanderer war der Grund, warum sie hier waren, seinen Namen wussten sie nicht.
Alenas Augen funkelten neugierig zu ihm herüber. Karot brach das mit seiner tiefen Stimme.
»Was wollen wir hier, alter Mann?«
Seit Tagen wanderten sie stumm durch das Grenzland – ohne Begründung. Nur ihr hoher Sold trieb sie voran.
Ihr Auftraggeber saß regungslos dort, doch auch Tharsten war neugierig.
»Einst«, begann er. »erschuf Aonir die Welt Eo und er liebte sein Werk. Doch er konnte nicht hier bleiben, denn in den unendlichen Weiten gab es noch mehr zu tun. So erschuf er die Götter: Niethalf und Nor und Ulm.«
»Das wissen wir.«, knurrte Tharsten.
»Dies waren die Götter, die später als die Wächtergötter und die Dunklen mit ihrer Macht die Geschicke der Welt veränderten. Doch sie waren nur Diener Aonirs und empfanden nicht die Liebe und fühlten nicht, was Aonir fühlte. Also erschuf er noch ein Wesen und schickte es herunter auf Eo.«

»Es war ein Mann, doch wie kein zweiter. Er war groß und schön, doch was ihn von allen anderen unterschied war, dass er Flügel besaß - schneeweiße Schwingen, die aus seinem Rücken ragten. Und aus seinem Inneren strahlte das helle Licht des Gottvaters und wo er wandelte, da regte sich das Leben und von seiner unermesslichen Liebe gedieh das Land.«

»Der Sohn Aonirs.«, dröhnte Karots Stimme. Alena nickte.
»Wie dem auch sei. Der König von Tuscari bat ihn, in seinem Reich zu leben, denn er wünschte sich nichts sehnlicher als Frieden in seinem Königreich. Und der Sohn Aonirs kam und das Land erstrahlte in einem neuen Frühling voller Pracht. Doch diese Pracht blieb nicht unbemerkt. Nor und Zarach sandten ihre Schergen aus, um das herrschende Glück zu zerstören. Und sie kamen - brandeten über das Land, doch das unbändige Leben konnte nicht bezwungen werden. Also zogen sie gegen die Burg des Königs. Doch die Mannen des Reiches, in deren Adern noch ungetrübt edles Blut floss, hielten Stand und die göttliche Gestalt war ein Quell des Mutes. Ihre Reihen konnten nicht gebrochen werden.«

»Und warum blüht dieses Land nicht mehr?«
»Verrat. Das Einzige, was jede Festung stürmen kann ereilte auch das Land Tuscari. Eines Nachts öffnete ein Magier die Tore der Burg und die Dunklen strömten in die Festung. Unter den Augen der Bewacher fielen die Schergen Nors über Frauen und Kinder her, ehe sie ihnen zu Hilfe Eilen konnten. Das machte die engelhafte Gestalt in ihren Reihen zornig und sie griff ein. Sie kämpfte, wie nur ein Gott es vermochte und die Dunklen schmolzen unter dem gerechten Zorn und dem grellen Licht. Sie wurden vertrieben, doch das Land fand keinen Frieden. Denn als der Sohn Aonirs über die verwüsteten Straßen schritt, fand er eine junge Frau, die sterbend am Boden lag und eine tiefe Trauer überfiel ihn. Er hob sie auf und weinte. Doch als seine Tränen zu Boden fielen, verwandelten sie sich in strahlendes Licht und rasten über das Land und das Leben zerfiel. Wasser verdampfte, Gras verwelkte, Bäume starben. Die Menschen sahen zu, wie das Leben aus ihrem Land wichen und sie wussten, sie waren verflucht. Wenige Jahre nach diesem Tag erlosch das Geschlecht Tuscari’.«

»Zur Strafe für seinen Verrat am Land den Göttern, legten die Magier des Landes einen Zauber über den Mann, niemals zu sterben, bis seine Sünde gesühnt wäre und die Götter ihm vergäben.«
Tharsten stand auf.
»So eine hanebüchene Geschichte habe ich lange nicht mehr gehört.« Doch wirklich ehrlich klang er nicht.

Stille senkte sich über das Lager. Am Morgen marschierten sie los. Tagelang durchstreiften sie das elende Land, bis sie am Fuß der alten Festung waren. Ihr Anführer strich über die riesigen Felsblöcke und als der Staub abfiel, sah man weißen Stein. Langsam und feierlich schritt er hinauf, als ob er den Weg kennen würde, hielt am riesigen Torbogen an und senkte den Kopf. Schließlich hielt er in einem Hof an. Alena stockte der Atem. Vor ihnen stand eine gewaltige Statue eines engelhaften Mannes, schön und schrecklich – traurig. Unberührt vom Atem der Zeit. In seinen Armen trug er eine Frau.

Ihr Führer ging bis zu den Füßen der Statue, kniete kurz nieder und erhob sich.

»So kehre ich zurück und schließe den Kreis. Wirst du mir vergeben?«, rief er der Gottheit empor. Ein starker Wind blies; wirbelte Staub auf. Helles Licht blendete sie. Ihr Führer war verschwunden, und nichts erinnerte mehr an ihn, nur der Wind, der seine Spuren verwischte.

Von Christian Marciniak




Am helllichten Tag…

Angonon wartete.
Die Luft war schwer vom Duft der Blüten um den kleinen See, in den sich der Wasserfall in einer schillernden Kaskade aus Licht und Farben ergoss. Das Plätschern des Wassers in Verbindung mit dem Summen der Insekten, die auf der Suche nach Nektar von einem farbenprächtigen Blütenkelch zum nächsten schwirrten, übte eine beruhigende Wirkung auf das Gemüt des Mannes aus.
Obwohl er sich schon vor einiger Zeit am Fuße eines der reich mit Marogjanfrüchten besetzten Bäume niedergelassen und zu warten begonnen hatte, verspürte er nicht die Ungeduld, die nach der Meinung der älteren Rassen typisch für sein Volk war. Ruhig und mit halb geschlossenen Lidern lauschte er dem leisen Lied der Dryaden, deren betörende Klänge von ihrem nahen Hain herüberwehten und alle Sinneseindrücke um ein Vielfaches zu verstärken schienen.
Angonons Hände waren auf seinem Bauch gefaltet, einem recht rundlichen Bauch, über dem sich ein dunkelgrünes Wams mit Silberknöpfen spannte. Eine Hose von ähnlicher Farbe bedeckte seine Beine, die in recht abgetragenen Lederstiefeln mit angelaufener Metallspitze endeten. Neben ihm im Gras lag ein breitkrempiger Hut mit einer Greifenfeder, deren Anblick Angonon schon einigen Ärger mit Liebhabern der ebenso seltenen wie schönen Tiere eingebrockt hatte – ganz zu schweigen von dem Zorn, der Angonon entgegenschwappte, wenn ein Greif einen seiner Artgenossen in dieser Feder wieder zu erkennen glaubte.
Seinen am Stamm des Baumes hinter ihm lehnenden Kopf leicht bewegend, warf Angonon einen Blick nach links. Seine grauen Augen wiesen einen fernen Glanz auf, wie von Mondsilber, dem sagenhaften Metall aus den Minen der Zwerge, als sie die Eindrücke der Umgebung mit neuer Aufmerksamkeit in sich aufnahmen.
Ein zufriedenes Lächeln legte sich auf sein offenes Gesicht mit dem schwarzen Schnurrbart und der großen, fleischigen Nase. Seine Ohren wackelten vor Aufregung, nicht verdeckt von den kurzen, schwarzen Haaren.
Schritte hallten zu Angonon herüber, das Geräusch von Stiefeln auf Stein, als eine Gestalt die den Wasserfall überspannende Brücke betrat.
Die Dryadenstimmen verstummten abrupt, einige Vögel in den Kronen der sich sanft im Wind wiegenden Baume flogen ärgerlich zirpend davon.
Der eben noch so friedfertigen und entspannenden Atmosphäre nachtrauernd, richtete Angonon sich etwas auf. Doch die Freude auf die kommende Begegnung überwog bei weitem die Verärgerung über die Störung des Idylls. Aufmerksam beobachtete er, wie die Person, auf die er gewartet hatte, die letzten Meter auf der Brücke hinter sich brachte.
Es war ein Mann, größer als der selbst nicht gerade klein geratene Angonon, gekleidet in ein weites Hemd und eine einfache Hose. Ein blaues Band war um seine Stirn geflochten, sein Gesicht wirkte mit den langen, blonden Haaren und dem gefälligen Lächeln attraktiv. Die behandschuhte Linke des Fremden strich wie in Gedanken über das überhängende Moos und die anderen Pflanzen auf dem Geländer der Brücke, dann richtete sich sein Blick aus Augen wie gesplittertes Eis auf den wartenden Angonon.
>>Wie schön, dass du es einrichten konntest, zu kommen!<<, begrüßte der am Boden Liegende den Mann freundlich. >>Du verzeihst, wenn ich nicht aufstehe – mein Körper, bei weitem nicht mehr so gestählt wie in vergangenen Jahren, bedarf in diesen Zeiten langer Ruhephasen.<<
Grinsend erwiderte der Fremde die Begrüßung, doch so ehrlich sein Lächeln auch wirkte – seine Affektiertheit wurde in dem Augenblick verraten, in dem der Mann sich an einen Baum in der Nähe lehnte und so den Blick auf eine gebogene Stahlklinge an seiner rechten Seite freigab. Die rechte Hand des Mannes lag auf dem mit Leder umwickelten Griff der Waffe. Auch wenn seine Mimik Gelassenheit ausdrückte, verriet die Selbstverständlichkeit, mit der er die Klinge umfasste, dass sich der Fremde stete, ununterbrochene Wachsamkeit zueigen gemacht hatte
Angonon schien nicht im Geringsten beunruhigt zu sein, doch ein ärgerliches Stirnrunzeln zeigte sich auf seinen Zügen, als er die Klinge betrachtete.
>>Nicht gerade das, was man an der Hüfte eines einfachen Bürgers erwartet<<, kritisierte er geringschätzig. >>Sei’s drum – was ist mit deinem Auftrag, Elegar? Der König machte heute Morgen noch einen äußerst gesunden Eindruck auf mich. Du erinnerst dich doch noch, dass es dir zugedacht war, ihn zu vergiften?<<
Der abrupte Wechsel in der Unterhaltung schien weder Elegar noch die Umgebung zu stören: Die Sonne schien weiter hell und fröhlich, das Wasser plätscherte so friedfertig wie eh und je, und langsam nahmen die zuvor unterbrochenen Dryaden ihren märchenhaften Gesang wieder auf.
>>Ich arbeite daran, Angonon<<, erwiderte Elegar. >>Ich versuche, den Vorkoster zu bestechen, doch das dauert seine Zeit, und ich brauche mehr Geld.<<
Angonon seufzte ergeben. Ohne Umschweife langte er unter sein Wams und holte einen schweren Geldbeutel hervor, den er seinem Gegenüber zuwarf.
Abwesend mit der Hand wedelnd, forderte der dickliche Mann den Stehenden auf: >>Jetzt verschwinde und sorg dafür, dass der König den nächsten Monat nicht mehr erlebt. Ich will noch ein wenig die Natur genießen, fernab all der Korruption und der Gewalt in der Stadt – ich habe davon beileibe genug in meinem Leben.<< Und er lachte.

Von Peter Bathge


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